Amerika bei Penig, Kreis Mittelsachsen. Es könnte der Mars sein,
die Wüste – aber nein, das ist Deutschland. Die Klimakrise hat die
Gegend zum Glutofen gemacht. Mittendrin: Dorothee Sturm,
entschlossen, die Welt zu retten. Leider zieht sie das Unglück magisch
an. Als die Farm von Tante Em und Onkel Henri in Flammen
steht, gilt ausgerechnet sie als Hauptverdächtige. Polizist Gus
Brandt würde die Verfolgung aufnehmen, wäre er nicht selbst mit
leerem Tank im Nirgendwo gestrandet. Sein Bruder, der Filmemacher
und Teilzeit-Fernfahrer Salvatore (Toto) Brandt, sucht ihn,
aber noch viel dringender ein Publikum für seinen Low-Budget-
Horror-Heimatfilm. Dazu befragt ihn – mehr aus Versehen als aus
Überzeugung – die überarbeitete und unterbezahlte Radiomoderatorin
Lorna Luft in ihrer Show „Hot Times“. Und hinter dem
Tresen einer abgehalfterten Tankstelle glänzt Judy Garland
höchstpersönlich wie ein Stück Butter in der Sonne und singt ungehört
Lieder für ihre verlorene Tochter.
In ihrem flirrenden Endzeit-Roadmovie spielt die mehrfach ausgezeichnete
Autorin Svenja Viola Bungarten virtuos mit Genres
und Themen. Dem apokalyptischen Krisen-Dauermodus unserer
Tage begegnet sie mit einer witzigen Persiflage des „Zauberers
von Oz“. Simone Geyer, die zuletzt „Wie jede andere hier” inszenierte,
widmet sich dieser Katastrophenkomödie mit Feingefühl
für Menschen, die verbissen nach ihrem Glück weitergraben.